Songs zur Trauer
Townes van Zandt – Marie (1994)
https://www.youtube.com/watch?v=uucMHq7ljIw
Dieser Song stammt vom großen texanischen »Troubadour« Townes van Zandt, den nicht wenige Kritiker:innen – und auch Künstler:innen, die ihn als Einfluss und Vorbild benennen – für den größten Songwriter überhaupt halten. Sein tragisches Leben war durch einen unbändigen Willen zur Selbstzerstörung gekennzeichnet, vor allem mithilfe großer Mengen an Alkohol. Zudem war van Zandt manisch-depressiv, drogenabhängig und kam nie über den Kultstatus hinaus, während andere große Hits mit Coverversionen seiner Songs hatten. Er starb im Alter von 52 Jahren. Trotz seiner eigenen Schwierigkeiten bewahrte er sich aber zeitlebens ein großes Mitgefühl für Menschen, denen es ähnlich oder noch schlechter ging. Ein beeindruckendes Zeugnis davon ist sein Song »Marie«, der aus der Perspektive eines Arbeitslosen geschrieben ist, der mit seiner schwangeren Lebensgefährtin unter einer Brücke lebt. Lakonisch, fast sachlich beschreibt er zur zarten akustischen Gitarre Leben und Alltag, von den Schikanen bei der Arbeitsvermittlung bis hin zum Verlust seiner Mundharmonika im Vollrausch. Bis Marie eines Tages stirbt: »Marie she didn’t wake up this morning / She didn’t even try / She just rolled over and went to heaven / My little boy safe inside« (»Marie ist diesen Morgen nicht aufgewacht / Sie hat es nicht einmal versucht / Sie hat sich einfach umgedreht und ist in den Himmel gegangen / meinen kleinen Jungen sicher in sich tragend«). Die Trauer zeigt sich hier vor allem formal: gebrochene Stimme, vorsichtig auf der Gitarre gezupfte Töne, das sich fortsetzende Erzählmuster in Text und Akkordfolgen. Diese Einfachheit und das Repetitive (und dabei Eingängige) sind hier formal direkt aus dem Blues übernommen (ohne allerdings dessen gängigen Akkordschemata eins zu eins zu folgen) – der Musikrichtung, die im anglo-amerikanischen Raum seit Langem für die Bewältigung von Trauer und Unheil steht, initiiert von musikschaffenden People of Colour. Und wie ein Hobo, ein Wanderarbeiter oder fahrender Bluesmusiker, zieht auch der Ich-Erzähler am Schluss des Songs weiter, seine Trauer mit sich tragend, in Richtung Süden. Der Autor Adam Brent Houghtaling zählt »Marie« in seinem Buch »This Will End In Tears« wohl zu Recht zu den traurigsten Songs aller Zeiten.
Sophia – So Slow (1996)
https://www.youtube.com/watch?v=hMZ3qiCZc2A
Sophia ist das Bandprojekt von Robin Proper-Sheppard, der alle Texte und sämtliche Musik schreibt und produziert und sie mit diversen befreundeten Musikern aufnimmt. Anfang der 1990er-Jahre hatte der Kalifornier mit zwei engen Freunden die Band »The God Machine« gegründet. Auch hier schon war er für die Texte zuständig, die sich überwiegend um düstere Themen drehten: Depressionen, Vergänglichkeit, scheiternde Beziehungen. Und immer wieder thematisierte er auch seine eigene Todessehnsucht. Diese Texte sang er zu dunkler, harter und schwerer Rockmusik. Kurz nach dem Ende der Aufnahmen für das zweite »The God Machine«-Album starb der Bassist Jimmy Fernandez unerwartet an einem Hirntumor. Die Band löste sich auf, Robin Proper-Sheppard verkaufte sämtliches Equipment, zog sich in ein angemietetes Zimmer im Norden Londons zurück und hängte sein Telefon aus. Eine intensive Trauerphase begann für ihn. Ein Jahr lang dauerte es, bis er seine Gedanken und Gefühle in Worte fassen konnte. Und in Musik. Musik, die plötzlich gar nicht mehr brachial klang, sondern zart, leise – und tieftraurig. Der Song »So Slow« war wie eine Therapie für ihn. Schuldgefühle, Hadern mit dem Schicksal, Einsamkeit, Verlustgefühle – hinter dem Trauernden lag eine viele Monate dauernde Nacht, die er in diesem Stück Musik schonungslos ehrlich und in ganz einfachen Worten beschreibt: »I turn off the light but leave the television talking / No, tonight I don’t want to be alone / I try to close my eyes, but I’m afraid of the dark / I see you everywhere / I see you everywhere / But death comes so slow / When you’re waiting / When you’re waiting to be taken / And death comes so slow / When it’s all you want / And it takes the ones that don’t / And death comes so slow« (»Ich mache das Licht aus, aber lasse den Fernseher weiterreden / Nein, heute Nacht will ich nicht alleine sein / Ich versuche, meine Augen zu schließen, aber ich fürchte mich vor dem Dunkel / Ich sehe dich überall / Aber der Tod kommt so langsam / wenn man auf ihn wartet / wenn er alles ist, was man will / und dann nimmt er die mit, die das nicht tun …!«). Diesem Stück folgten weitere, Robin Proper-Sheppard veröffentlichte als »Sophia« wieder Platten und bestritt auch alleine und zusammen mit anderen Musikern wieder Konzerte. Einen Song von »The God Machine« allerdings spielte er nie wieder.
Billie Eilish – Bury A Friend (2019)
https://www.youtube.com/watch?v=HUHC9tYz8ik
Als dieser Song – zu Deutsch in etwa »Einen Freund zu Grabe tragen« – und das dazugehörige Debüt-Album »When We All Fall Asleep, Where Do We Go« (eine Zeile aus dem Song) erschienen, war die US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Billie Eilish erst 17 Jahre alt. Allerdings reflektierte sie in ihren Songs Ängste, Trauer und Traumata auf eine vielschichtige Art und Weise, aus der etliche leidvolle Erfahrungen zu sprechen schienen. Dabei ist das Geräusch des Bohrers, mit dem ihr Kieferorthopäde ihre Zahnspange entfernte – das sie mit dem Smartphone aufnahm und das Eingang in die Produktion fand – nur ein kleiner Hinweis. Um ihrem Bruder, der Co-Autor und Produzent des Songs ist, zu zeigen, wie »Bury A Friend« klingen solle, malte sie ihm ein schwarzes Monster auf – das Monster ihrer Trauer und Verzweiflung. Bald wurde bekannt, dass der Songtext offenbar davon beeinflusst ist, dass Billie Eilish nicht nur oft Albträume hat, sondern dass sie auch an Schlaflähmung leidet. Dem Portal UMusic sagte sie: »›Bury A Friend‹ ist buchstäblich aus der Perspektive des Monsters unter meinem Bett geschrieben. Wenn man sich in dieses Mindset begibt, was tut oder fühlt diese Kreatur? Ich gebe auch zu, dass ich dieses Monster bin, denn ich bin selbst mein schlimmster Feind. Ich könnte auch das Monster unter deinem Bett sein.« Billie Eilish thematisiert die Furcht und die Ängste, die sie auslöst – aber vor allem auch selbst empfindet. Das Ganze ist regelrecht abgespalten und wird von einer monströsen Kreatur verkörpert, die zum Teil mit ihr verschmilzt und so die Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Verzweiflung, Traurigkeit und Wut versinnbildlicht (empfehlenswert dazu auch das verstörende Musikvideo, das zusätzlich schockierende Bilder anbietet). Erlösung scheint nur ein Töten des Monsters bzw. Suizid zu versprechen. Und so wiederholt sie im Song auch immer wieder die Worte »I wanna end me …« (Ich will mich ›beenden‹ …).
Locas In Love – All meine Großeltern (2015)
https://www.youtube.com/watch?v=sEAP_AouekY
Trauer ist etwas, das Raum braucht. Und Trauer bedeutet oft auch einen Reifeprozess. Das Erfahren von Verlust will bewusst gemacht und verarbeitet werden. Dies thematisiert die Kölner Band »Locas In Love« in ihrem Song »All meine Großeltern«, der ihr letztes Album »Kalender« von 2015 eröffnet. Der kurze Song baut sich langsam auf, schwillt gleichsam an, ohne dabei aber jemals laut oder heftig zu werden. Zu hören sind lediglich Gitarren, ein Cello, aber kein Schlagzeug beispielsweise. Der Text gleicht einem »Stream Of Consciousness«, ist so etwas wie ein ungefiltertes Gedankenreferat, eine Momentaufnahme, die unmittelbarer und damit nachvollziehbarer und anschlussfähiger kaum sein könnte: »Mittlerweile sind all meine Großeltern tot / Wenn mein Vater sagt: Und jetzt sind wir schon die Nächsten, dabei scheint es mir noch gar nicht so lange her, dass wir 18 waren, dann sage ich: Na jetzt aber / Doch wir wissen beide, dass es stimmt / Wenn alles seinen normalen Gang nimmt.« Es geht um die Schwierigkeit, Verluste und Endlichkeit überhaupt anzunehmen: »Und einerseits ist es in Ordnung und wie es eben funktioniert / Andererseits werde ich mich nie daran gewöhnen, dass alles ständig stirbt.« Verschiedene Formen und Stellvertretungen von Verlust werden angedeutet: »Dass Gebäude plötzlich nicht mehr da sind, dass Läden einfach schließen / Und man es nie kommen sieht, nie weiß, wann sich verabschieden.« Ebenso der Lernprozess, damit umzugehen und welche Rolle der (gelungene) Abschied spielt: »Und manchmal, nur ganz selten, hätte ich gerne alles zurück, was ich je verloren habe / Um vernünftig Entschuldigung oder Lebewohl zu sagen / Oder um über gar nichts zu reden / In mir ist zu viel Hass und Wahn und Wut, sodass ich immer nur damit und mit mir selbst beschäftigt bin und kaum zu etwas anderem komme / Und jetzt sind all meine Großeltern tot …«
Puff Daddy (feat. Faith Evans & 112) – I’ll Be Missing You (1997)
https://www.youtube.com/watch?v=NKMtZm2YuBE&list=RDNKMtZm2YuBE&start_radio=1
Der wohl bekannteste und erfolgreichste Trauersong der jüngeren Popgeschichte (neben Elton Johns »Candle In The Wind«, das er auf der Trauerfeier für Prinzessin Diana sang, aber nicht ursprünglich für diesen Anlass geschrieben hatte) bescherte dem umstrittenen Rapper und Produzenten Sean Combs alias Puff Daddy (später »P. Diddy«) einen Welterfolg und hievte seine Karriere auf eine neue Stufe. Es ist wohl DAS Beispiel schlechthin dafür, wie öffentliche Trauerarbeit in kommerziellen Erfolg verwandelt werden kann. Puff Daddys Mentor, der Rapper Notorious B.I.G., war kurz zuvor gewaltsam ums Leben gekommen. Combs präsentierte nun dessen trauernder Fangemeinde zusammen mit Faith Evans, der Witwe des Verstorbenen, dieses musikalische Angebot zur Bewältigung ihres Verlusts, indem er die Emotionen vieler in Worte fasste. (Genauer gesagt beauftragte er den Rapper Todd Gaither, auch bekannt als Sauce Money, der zuvor seine Mutter verloren hatte, mit dem Text.) So rappt Puff Daddy in der ersten Strophe darüber, wie er und Notorious B.I.G. ihre früheren Erfolge feierten. Er müsse nun ihren Traum allein weiter verwirklichen und hoffe, dass »Biggie« ihm im Himmel einen Platz freihalte. Faith Evans singt im Refrain, dass sie jeden Tag und bei allem, was sie tue, an ihren verstorbenen Mann denke. Wenn sie sich an den Tag erinnere, an dem er gestorben ist, breche es ihr das Herz. Der Tote wird dabei jeweils direkt angesprochen. In der zweiten Strophe rappt Puff Daddy, dass er jeden Tag für Notorious B.I.G., der vom Himmel auf ihn herabschaue, bete. Bis sie sich wiedersehen würden, werde er ihn im Herzen behalten und aus den Erinnerungen Kraft schöpfen. Weiter heißt es: »Still can’t believe you’re gone / Give anything to hear half your breath / I know you still livin’ your life after death.« (»Ich kann noch immer nicht glauben, dass du fort bist / Ich würde alles dafür geben, damit du wieder atmest / Ich weiß, du lebst dein Leben nach dem Tod weiter.«) Nach eigener Aussage im Online-Portal »AFH« hat der Song für Puff Daddy auch über den Aspekt der Trauer um seinen Freund hinaus eine besondere Bedeutung: »I remember recording ›I’ll Be Missing You‹ and just knowing that it was gonna change Hip-Hop. Because Hip-Hop wasn’t really vulnerable. […] That song humanized us. We could be at our lowest point, and still have hope.« (»Ich erinnere mich, dass ich beim Aufnehmen von ›I’ll Be Missing You‹ bereits wusste, dass er HipHop verändern würde. Denn HipHop war nicht wirklich verletzlich. Dieser Song machte uns menschlich. Wir konnten an unserem Tiefpunkt sein und immer noch Hoffnung haben.«) Der große Erfolg des Songs liegt übrigens wohl zu einem guten Teil auch daran, dass das wiederkehrende musikalische Hauptthema auf einem Sample aus dem Hit »Every Breath You Take« der New Wave-Band »The Police« basiert, geschrieben von Gordon Sumner alias »Sting«. Weil Puff Daddy die Rechte vorab nicht abklärte, gehen tatsächlich 100 Prozent der Tantiemen an Sting. Verschiedene Quellen sprechen hier von Einnahmen zwischen 2000 und 5000 Dollar pro Tag für den britischen Musiker. Auch für diesen ist diese Form der Trauerarbeit also eine lukrative Sache.
BILDSERIE »Notes of Berlin« 8, Steglitz/Ahornstraße
Inspiral Carpets – This Is How It Feels (1990)
https://www.youtube.com/watch?v=J-fX0UbpZls
Trauer findet sehr häufig in einer wie auch immer zusammengesetzten Familie statt. Und Trauer ist gerade dort oft sehr sprachlos. Genau an diesem Punkt setzen die Inspiral Carpets in diesem Song an. Sie beschreiben eine stellvertretend-stereotypisch dysfunktionale Familie: eine sprachlose Mutter, einen hilflosen Vater, ahnungslose Kinder. All das führt zu »einem weiteren schlechten Tag«, wie es im Song heißt. Der Refrain verbreitet eine verzweifelte Form von Empathie: »So this is how it feels to be lonely / This is how it feels to be small / This is how it feels when your word means nothing at all.« (»Nun, so fühlt es sich an, einsam zu sein / so fühlt es sich an, klein zu sein / so fühlt es sich an, wenn dein Wort überhaupt keine Bedeutung hat.«) In der zweiten Strophe wird von einer Beerdigung berichtet: Ein wohlhabender Mann, der doch eigentlich alles zu haben schien. Trotzdem findet man ihn unter einem Zug. Ganz klar, es geht in diesem Song um Trauer und Depression, um Vereinzelung, Verzweiflung und eben Sprachlosigkeit. Um Situationen, in denen Nachfragen, Einlassen, Mitgehen und Aushalten oft so wichtig und hilfreich wären. »This Is How It Feels« ist 1990 die erste Single der Inspiral Carpets. Für den Radioeinsatz wird damals der Text der zweiten Strophe abgeändert, der offensichtliche Hinweis auf den Suizid entfernt. Nun wird vielmehr angedeutet, dass der wohlhabende Mann eine Affäre mit der Working-Class-Mum aus der ersten Strophe hatte – eine zum Scheitern verurteilte Beziehung. Texter Clint Boon erzählte der Zeitung »The Guardian«: »So within the song you’ve got infidelity, deceit, mental health, suicide and loneliness.« (»Im Song geht es um Untreue, Täuschung, mentale Gesundheit, Selbstmord und Einsamkeit.«) Die Inspiral Carpets bieten hier keine Lösung an. Sie versuchen lediglich nachzufragen, wo Stille herrscht. Nachzufragen, wie sich das anfühlt, und zu verstehen. Und für Mitgefühl zu werben. Auch in dem Wissen, dass es nicht immer einen Ausweg gibt, dass Trauer und Verzweiflung manchmal übermächtig werden können. Zum Beispiel für Schlagzeuger Craig Gill, der auf »This Is How It Feels« zu hören ist. Er nimmt sich im November 2016 selbst das Leben.
Linkin Park – One More Light (2017)
https://www.youtube.com/watch?v=Tm8LGxTLtQk
Jeder Mensch kann ein Licht für andere sein, eines, das Bedeutung hat. Das ist die Idee, die die US-amerikanische NuMetal-Band Linkin Park mit ihrem Song »One More Light« – »Ein weiteres Licht« vermitteln möchte. Das Lied entstand aus der Zusammenarbeit von Mike Shinoda von Linkin Park mit seinem britischen Songwriterkollegen Eg White. Shinoda erzählt, dass die beiden zusammensaßen und er ständig an eine vor Kurzem an Krebs verstorbene Freundin denken musste, die an genau jenem Tag beerdigt wurde. Seinem Kollegen ging es ähnlich und so fassten sie ihre Trauer und ihren Schmerz in Worte, die beim Umgang damit helfen sollten: »If they say / Who cares if one more light goes out? / In the sky of a million stars / It flickers, flickers / Who cares when someone’s time runs out? / If a moment is all we are / Or quicker, quicker / Who cares if one more light goes out? / Well, I do.« (»Es gibt Leute, die sagen: Was macht das schon, wenn ein Licht erlischt, wenn doch am Himmel Millionen Sterne blinken? Wen kümmert’s, wenn bei einem von uns die Zeit abgelaufen ist? Wir sind doch nicht mehr als ein winzig kleiner Moment in der Geschichte der Menschheit. Oder weniger. Für wen ist es also von Bedeutung, wenn ein weiteres Licht erlischt? Nun, für mich ist es von Bedeutung!«) Die Kernbotschaft ist also, dass Trauern Wert und Bedeutung gibt. Und dass Trauern individuell ist. Und, wie wichtig und wohltuend es für Menschen ist, die Verlust erleben, die trauern und verzweifelt sind, zu erfahren, dass da jemand ist, dem das nicht egal ist, der Anteil nimmt und sich kümmert. Und so widmete die Band »One More Light« auch folgerichtig ihrem Freund, dem Sänger Chris Cornell, der sich am Tag, bevor das zugehörige Album (ebenfalls mit dem Titel »One More Light«) erschien, das Leben nahm. Chester Bennington, der Sänger von Linkin Park, sang denn auch bei Chris Cornells Beisetzung. Die Tragik der Geschichte dieses Lieds sollte aber noch weiter gehen: Chester Bennington litt wie sein Freund Cornell an Depressionen und Drogenkrankheit und nahm sich zwei Monate später, am 20. Juli 2017 (dem Geburtstag von Chris Cornell) ebenfalls das Leben. Der Autor des Songs, Mike Shinoda, schrieb in einem öffentlichen Statement: »›One More Light‹ wurde mit der Absicht geschrieben, denjenigen Liebe zu senden, die jemanden verloren haben. Jetzt befinden wir uns auf der Empfängerseite. In Gedenkveranstaltungen, Kunstwerken, Videos und Bildern haben sich Fans auf der ganzen Welt zu diesem Song hingezogen gefühlt, um ihre Liebe und Unterstützung für die Band und die Erinnerung an unseren lieben Freund Chester zu bekunden. Wir sind so dankbar.« Öffentliches Trauern, das durch die Tragik der Entwicklungen gleich auf mehreren Ebenen stattfand. Und ein Plädoyer für ein Miteinander und die Wertschätzung jedes einzelnen Menschen – gerade in und durch die Trauer.
Claudius Grigat ist Redakteur bei chrismon, yeet und evangelisch.de. Hier schreibt er vor allem zu Themen aus den Bereichen Kultur und Musik.
Downloads zum Artikel
Drei weitere Songs stellt der Autor ausführlich im Downloadmaterial vor:
The Cure – Boys Don’t Cry (1979)
Johnny Nash – I Can See Clearly Now (1972)
Dota – Resignation für Anfänger (2020)
Weitere Anspieltipps für Songs zum Thema »Trauer«:
Buffalo Tom – Taillights Fade
Hip Young Things – Fruit-Bat Tune
Flowerpornoes – Nicht müde genug
Nick Cave – The Weeping Song
Rio Reiser – Junimond
Red House Painters - Katy Song